Handwerkspreise 2026
Innovation & Digitalisierung
Kooperation & Teamwork
Nachhaltigkeit & Ökologisierung
Tradition & Moderne
Preisträger
Frauscher Bootswerft GmbH & Co KG
Automobile Elektromobilität trifft Bootsbauhandwerk aus OÖ
Josef Winzer Gesellschaft m.b.H. & Co KG
Maßgeschneiderte Raumklima- und Feuchtigkeitsregelung für die Getränkeproduktion
Daniel Krieg
Flächenbündige WC-Drückerplatte für eine durchgängige Wandgestaltung
Preisträger
Mst. Stefan Karl Walenta
Präzision in Klang und Handwerk
Kraftzentrum Mühlbacher e.U.
Abschlussklar - mentale Stärke für Schüler
Helga Doris Sitz-Bader
neunRaum - regionales Energiezentrum mit gemeinschaftlichem Nutzungskonzept
Preisträger
DI Dr. Michaela-Elfriede Köpl
Artenreich und wassersparend: Stadtgrün neu gedacht
Gerta Hauser GmbH & Co KG
Moderne Akustik trifft auf historische Bausubstanz
Pecherstorfer GmbH
Mit regionalem Vollholz zum flexiblen Wohnsystem
Preisträger
Ing. Werner Mistlberger e.U.
Vom Grandhotel zur modernen Genussmanufaktur
MMst. Florian Josef Aigner
Orthopädische Maßarbeit im Westernstil
Corinna Feichtinger
„The Edible Gallery“ - Kunst, die auf der Zunge zergeht
Frauscher Bootswerft GmbH & Co KG
Automobile Elektromobilität trifft Bootsbauhandwerk aus OÖ
Die Frauscher x Porsche 790 Spectre ist das Ergebnis eines gemeinsamen Entwicklungsprojekts der Frauscher Bootswerft GmbH & Co KG in Ohlsdorf und Porsche. Ziel war es, die elektrische Antriebstechnologie des Porsche Macan Turbo auf das Wasser zu übertragen und dafür ein vollständig darauf abgestimmtes Boot zu entwickeln. Statt ein bestehendes Modell nachträglich zu elektrifizieren, wurden Rumpf, Antrieb, Gewichtsverteilung und technische Komponenten von Beginn an als Gesamtsystem konzipiert.
Frauscher brachte sein Know-How als Bootsbauer in die Entwicklung des Rumpfes als auch in die nautische Auslegung ein und fertigte es in Oberösterreich handwerklich. Dabei konnte die Werft auf ihre seit 1955 aufgebaute Erfahrung mit elektrischen Bootsantrieben zurückgreifen. Porsche brachte Hochvoltbatterie, Elektromotor, Leistungselektronik, Ladetechnik und Software ein.
Eine besondere Herausforderung lag in der Verbindung zweier unterschiedlicher technischer Welten. Komponenten aus dem Automobilbau mussten an die Anforderungen auf dem Wasser angepasst und in die Bootsarchitektur integriert werden. Dafür arbeiteten Bootsbauer, Konstrukteure, Elektriker, Softwareexperten und Fahrtechniker eng zusammen. Auch Bedien- und Designelemente wurden für den nautischen Einsatz adaptiert.
Das Ergebnis ist ein serienmäßig erhältliches Elektroboot, das beim YCM Speed Record 2026 in Monaco 51,05 Knoten (= 94,54 km/h) erreichte und damit die technische Leistungsfähigkeit des gemeinsamen Entwicklungskonzepts unter Beweis stellte.
Frauscher Bootswerft GmbH & Co KG
Betriebspark Ehrenfeld 3
4694 Ohlsdorf
T: 0699 12049608
E: susanne.schirl@frauscherboats.com
Josef Winzer Gesellschaft m.b.H. & Co KG
Maßgeschneiderte Raumklima- und Feuchtigkeitsregelung für die Getränkeproduktion
Für die Produktionsbereiche der Starzinger Getränkegruppe entwickelte die Josef Winzer GmbH & Co KG aus St. Georgen im Attergau eine maßgeschneiderte Lösung zur Regelung von Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit. Ziel war es, konstante klimatische Bedingungen zu schaffen und damit Maschinen, elektronische Steuerungen und Produktionsprozesse zu schützen sowie die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeitenden zu verbessern.
Da verfügbare Standardsysteme die Anforderungen an Temperaturstabilität, Feuchtigkeitsregelung, Energieeffizienz und Produktionssicherheit nicht vollständig erfüllen konnten, wurde die Anlage als individuelle Sonderlösung konzipiert. Planung, Projektierung und Ausführung erfolgten vollständig durch die Josef Winzer Gesellschaft m.b.H. & Co KG. Sämtliche Komponenten, Regelstrategien und Luftführungen wurden auf die räumlichen Gegebenheiten und Produktionsabläufe abgestimmt. Die Anlage besitzt damit Prototyp-Charakter.
Durch die bedarfsgerechte Regelung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit konnten die Produktionsbedingungen stabilisiert, der Energieeinsatz optimiert und Maschinenstillstände reduziert werden. Gleichzeitig ermöglicht das verbesserte Raumklima den Einsatz leistungsstärkerer Maschinen und trägt zu höherer Anlagenverfügbarkeit, Produktqualität und Hygiene bei.
Die laufende Wartung und Optimierung ist ebenfalls Teil des Gesamtkonzepts. Regelparameter werden kontinuierlich überprüft und angepasst. Das Projekt verbindet damit individuelle Anlagenplanung, Regelungs- und Klimatechnik sowie handwerkliche Umsetzung zu einer speziell für komplexe Produktionsbedingungen entwickelten Gesamtlösung.
Josef Winzer GesmbH & Co KG
Bambergerstraße 21
4880 St. Georgen im Attergau
T: 07667 6427
E: event@j-winzer.at
Daniel Krieg
Flächenbündige WC-Drückerplatte für eine durchgängige Wandgestaltung
Im Rahmen des Projekts wurde vom Kunststoffverarbeiter Daniel Krieg aus Aigen-Schlägl gemeinsam mit seinem Partnerbetrieb Projekt Fliese GmbH eine innovative WC-Drückerplatte entwickelt, die flächenbündig in die Wand integriert wird. Im Unterschied zu herkömmlichen Lösungen kommt die Konstruktion ohne Verschrauben oder Verkleben aus. Die Drückerplatte kann bei Bedarf zerstörungsfrei aus- und wieder eingebaut werden, sodass die dahinterliegende Installation jederzeit zugänglich bleibt.
Die technische und handwerkliche Herausforderung lag insbesondere darin, Funktionalität, Wartungszugang und eine möglichst durchgängige Wandoberfläche miteinander zu verbinden. Durch die flächenbündige Konstruktion können Fliesen ohne vorstehende Abdeckungen verlegt werden. Muster, Strukturen und Maserungen lassen sich dadurch über die WC-Drückerplatte hinweg optisch fortführen.
Das Ergebnis verbindet präzise handwerkliche Ausführung mit einer funktionalen Montagelösung. Trotz der nahezu unsichtbaren Integration in die Wand bleibt der Zugang zur Installation erhalten. Damit schafft die Entwicklung neue Möglichkeiten für eine technisch saubere und gestalterisch durchgängige Ausführung im Sanitärbereich.
Daniel Krieg 3D-Manufaktur
Hopfenacker 6
4160 Aigen-Schlägl
T: 0676 7173423
E: danielkrieg@gmx.at
Mst. Stefan Karl Walenta
Präzision in Klang und Handwerk
Der Blechblasinstrumentenerzeuger Mst. Stefan Karl Walenta aus Wilhering entwickelte über einen Zeitraum von rund fünf Jahren die Walenta® Drehventiltrompete in B, die in mehreren Prototypenstufen kontinuierlich optimiert wurde. Die Entwicklung erfolgte in enger Zusammenarbeit mit Markus Eder, Solotrompeter des Brucknerorchesters Linz. Ende 2025 konnte das Projekt abgeschlossen werden.
Im Mittelpunkt der Entwicklungsarbeit standen vier wesentliche Kriterien: Intonation, Klang, Ansprache und Haptik. Ziel war ein Instrument, das den hohen Anforderungen professioneller Musiker im Orchesterbetrieb entspricht und zugleich für den Einsatz in Blasorchestern geeignet ist. Zahlreiche Details mussten dafür im Prototypenbau erprobt, angepasst und klanglich aufeinander abgestimmt werden.
Gefertigt wird die Trompete aus Goldmessing. Eine besondere handwerkliche Leistung liegt in der Herstellung des Schallbechers mit 130 Millimetern Durchmesser. Dieser entsteht aus einem Blattzuschnitt, wird in Blei gebogen und anschließend von Hand verhämmert.
Eine Zylindermaschine von J. Meinlschmidt aus Neusilber mit Bronzewechsel und eine Bohrung von 11 Millimetern ergänzen die Konstruktion. Das Instrument wird mit roher, versilberter oder vergoldeter Oberfläche gefertigt.
Seine Praxistauglichkeit stellte das Instrument im Mai 2026 bei der Premiere der Oper „Don Pasquale“ unter Beweis: Markus Eder spielte darauf das technisch und musikalisch besonders anspruchsvolle Trompetensolo. Dieses Projekt verbindet moderne Fertigungsmethoden, kooperative Entwicklungsarbeit und traditionelles Instrumentenbauhandwerk.
Mst. Stefan Karl Walenta
Dörnbacher Straße 130
4073 Wilhering
T: 0660 2580832
E: office@walenta-brass.at
Kraftzentrum Mühlbacher e.U.
Abschlussklar - mentale Stärke für Schüler
Mit „Abschlussklar“ wurde ein schulübergreifendes Kooperationsprojekt entwickelt, das Jugendliche in der herausfordernden Abschlussphase unterstützt. Ausgangspunkt waren Rückmeldungen von Schulen und Elternvereinen im Bezirk Braunau über einen steigenden Unterstützungsbedarf bei Prüfungsstress, mentaler Gesundheit und Resilienz.
Gemeinsam mit dem Absolventenverein der HAK Braunau entwickelte die Lebens- und Sozialberaterin Karin Mühlbacher vom Kraftzentrum Mühlbacher e.U. aus Burgkirchen eine dreiteilige Workshopreihe, die 2026 an fünf Schulen unterschiedlicher Ausbildungsrichtungen durchgeführt wird. Gefördert wird das Projekt von der LEADER-Region Oberinnviertel-Mattigtal. Schulen, Lehrkräfte und Elternvereine sind ebenso eingebunden wie die Jugendlichen selbst.
In den Workshops werden mentale Gesundheit, Stressbewältigung, Resilienz, Selbstwirksamkeit und der Umgang mit Prüfungsdruck behandelt. Fachliche Inputs werden mit praktischen Übungen und Reflexionsphasen verbunden. Die Jugendlichen erarbeiten dabei unter anderem einen persönlichen Mental-Health-Notfallplan für belastende Situationen. Durch Feedback und eigene Themenwünsche können sie die Inhalte aktiv mitgestalten.
Das Konzept baut auf einem Pilotprojekt mit Lehrlingen aus dem Jahr 2025 auf und wurde anschließend weiterentwickelt. Mit der Ausweitung auf mehrere Schulen entsteht ein regionales Netzwerk, das unterschiedliche Bildungswege verbindet. „Abschlussklar“ zeigt damit, wie durch die Zusammenarbeit von Schulen, Eltern, Förderstellen, regionalen Partnern und Jugendlichen ein praxisnahes Unterstützungsangebot entstehen kann.
Kraftzentrum Mühlbacher
Brunning 23
5274 Burgkirchen
T: 0664 3171291
E: office@kraft-zentrum.at
Helga Doris Sitz-Bader
neunRaum - regionales Energiezentrum mit gemeinschaftlichem Nutzungskonzept
Mit neunRaum hat Helga Doris Sitz-Bader im Zentrum von Gallneukirchen einen Ort geschaffen, an dem vielfältige Angebote für Körper, Geist und Seele unter einem Dach zusammenkommen. Im Mittelpunkt steht die Idee, selbstständig tätigen Experten ein professionelles Umfeld zu bieten, in dem sie Räume und Infrastruktur gemeinsam nutzen, sich fachlich austauschen und neue Angebote miteinander entwickeln können.
Das Angebotsspektrum reicht von Yoga, Massage und Shiatsu über Cranio Sacral und Klangschalenanwendungen bis hin zu Coaching, Hypnose, Lebensberatung, Humanenergetik sowie Resilienz- und Mentaltraining. Kurse, Workshops und Seminare ergänzen das vielseitige Angebot und schaffen unterschiedliche Zugänge zu Wohlbefinden und persönlicher Entwicklung.
Neun individuell gestaltete Räume bieten dafür den passenden Rahmen – von Praxis- und Behandlungsräumen bis zu großzügigen Flächen für Bewegung und Gruppenangebote. Flexible Mietmodelle ermöglichen dauerhafte Nutzungen ebenso wie fixe Zeitfenster oder kurzfristige Buchungen. So erhalten insbesondere Ein-Personen-Unternehmer die Möglichkeit, ihre Angebote in einem professionellen Umfeld umzusetzen, ohne eine eigene Praxis betreiben zu müssen.
Ein wichtiger Bestandteil des Konzepts ist die Gemeinschaft. Begegnungsbereiche sowie regelmäßige Teamtreffen fördern Austausch und Vernetzung und schaffen Raum für gemeinsame Veranstaltungen, neue Formate und Kooperationen. So entsteht aus unterschiedlichen Kompetenzen ein lebendiges Netzwerk, in dem Räume, Infrastruktur, Wissen und Ideen geteilt werden – und daraus ein vielfältiges Angebot für die Menschen in der Region wächst.
neunRaum
Reichenauer Straße 40B
4210 Gallneukirchen
T: 0670 6565 558
E: hallo@neunraum.at
DI Dr. Michaela-Elfriede Köpl
Artenreich und wassersparend: Stadtgrün neu gedacht
Mit dem Projekt „Linz blüht auf – ganz ohne Gießen“ wurde in Linz-Urfahr eine neue Methode für trockenheitsverträgliche und artenreiche Grünflächen erstmals in Österreich in der Praxis umgesetzt. Grundlage ist eine vom schwedischen Landschaftsgärtner Peter Korn entwickelte Pflanzmethode, bei der Stauden wurzelnackt gesetzt werden. Die Landschaftsgärtnerin DI Dr. Michaela Köpl aus Attersee brachte das Wissen nach Österreich und verband als Projektleiterin die Umsetzung mit einem gemeinschaftlichen Lernprojekt.
In fünf Mitmach-Workshops gestalteten rund 100 Bürger, Stadtgärtner und Gärtnerlehrlinge gemeinsam etwa 100 m² bestehende Wechselflorflächen um. Insgesamt wurden 700 wurzelnackte Stauden aus 40 Arten gepflanzt. Die Teilnehmenden lernten die Methode dabei nicht nur theoretisch kennen, sondern setzten sie unmittelbar selbst um. Ergänzende Führungen vermittelten das Wissen auch über die Workshops hinaus.
Durch standortgerechte Pflanzen mit unterschiedlichen Wurzelsystemen, die spezielle Pflanztechnik und eine schützende Mulchschicht benötigen die Beete nach der Anwuchsphase keine zusätzliche Bewässerung. Seit Anfang Mai 2026 kommen sie ausschließlich mit natürlichem Niederschlag aus. Dadurch werden während der Sommermonate wöchentlich rund 6.000 bis 12.000 Liter Trinkwasser eingespart.
Dieses Projekt verbindet klimaangepasste Grünraumgestaltung und Biodiversität mit praktischer Wissensvermittlung und Beteiligung der Bevölkerung. Gleichzeitig entstand eine frei zugängliche Demonstrationsfläche, an der die Methode langfristig beobachtet und auf private wie öffentliche Grünräume übertragen werden kann.
DI Dr. Michaela Köpl
Sportstraße 24
4864 Attersee am Attersee
T: 0680 1283196
E: office@blumenlandschaften.at
Gerta Hauser GmbH & Co KG
Moderne Akustik trifft auf historische Bausubstanz
Im denkmalgeschützten Kasino am Schwarzenbergplatz, einer Spielstätte des Wiener Burgtheaters, wurde eine technisch anspruchsvolle Akustiklösung von der Firma Gerta Hauser GmbH & Co KG aus Linz umgesetzt. Ziel war eine deutliche Verbesserung der Raumakustik, ohne den historischen Gesamteindruck der Gewölbedecken und Wandflächen sichtbar zu verändern.
Nach sorgfältiger Sicherung von Vergoldungen, Stuck und historischen Oberflächen wurden die bestehenden Putzflächen vorbereitet und ergänzt. Auf 257 m² Decken- und Wandfläche kamen 12 mm starke Akustikabsorberplatten, Armierungsvlies und ein spezieller Akustikspritzputz zum Einsatz. Für präzise Übergänge wurden 380 Laufmeter gerade und 124 Laufmeter gebogene Einfassungsprofile verarbeitet. Insbesondere ihre Anpassung an die historischen Gewölbe erforderte hohe handwerkliche Genauigkeit.
Eine besondere Herausforderung war dabei die Oberfläche: Mehrere Schleifgänge bis Körnung 240 waren notwendig, ohne dabei die akustische Wirkung zu beeinträchtigen. Auch der Farbton musste von Hand und ausschließlich nach visueller Beurteilung an den historischen Bestand angepasst werden.
Da die endgültige Wirkung erst nach Abbau des rund 15 Meter hohen Gerüstes beurteilt werden konnte, war höchste Präzision bereits bei der ersten Ausführung erforderlich. In enger Abstimmung mit Auftraggeber, Architektur und Bundesdenkmalamt entstand so eine Akustiklösung, deren technischer Aufbau für Besucher praktisch unsichtbar bleibt und zugleich die historische Bausubstanz respektiert.
Gerta Hauser GmbH & Co KG
Thanhoferstraße 2b
4030 Linz
T: 0732 372360
E: office@malerei-hauser.at
Pecherstorfer GmbH
Mit regionalem Vollholz zum flexiblen Wohnsystem
SUNDÅ ist ein modulares Wohn- und Möbelsystem aus österreichischem Vollholz, das Wandflächen, Fensternischen und schwer nutzbare Raumbereiche ohne individuelle Maßanfertigung erschließt. Entwickelt wurde das System in oberösterreichischer Co-Kreation von Industriedesignerin Katharina Leitner, der Tischlerei Pecherstorfer aus Eferding und dem Metallverarbeiter Schatzdorfer aus Zipf.
Kern der Entwicklung ist eine zum Patent angemeldete Schlitzgeometrie. Arbeitsflächen, Regale oder Fenstersitzbänke lassen sich darin horizontal einschieben und vertikal ohne Werkzeug, Schrauben oder Kunststoffraster verstellen. Eine besondere Herausforderung war die Verbindung von Holz und Metall: Trotz natürlicher Veränderungen des Vollholzes durch Luftfeuchtigkeit muss die Konstruktion dauerhaft präzise, leichtgängig und belastbar bleiben. Dafür wurden Geometrie und CNC-Fertigung gemeinsam optimiert, während Kanten und Oberflächen von Hand geschliffen und mit Naturölen veredelt werden.
Für schwebende Module mit bis zu 250 kg Tragkraft wurde zudem eine ursprünglich komplexe Schweißkonstruktion auf ein präzise gelasertes und gekantetes Metallbauteil reduziert. Das spart Material, Fertigungsschritte und Kosten.
Nach rund eineinhalb Jahren Entwicklungs- und Prototypenarbeit entstand so ein serienfähiges System aus heimischer Buche und Eiche sowie wenigen sortenrein trennbaren Metallkomponenten. SUNDÅ verbindet Tischlerhandwerk, CNC-Präzision und Metalltechnik mit einem zirkulären, nachhaltigen Konstruktionsprinzip. Und darüber hinaus bleiben rund 95 % der Wertschöpfung in Oberösterreich.
Pecherstorfer GmbH
Pupping 24
4070 Eferding
T: 07272 76869- 121
E: petra.pecherstorfer@ihre-tischlerei.at
Ing. Werner Mistlberger e.U.
Vom Grandhotel zur modernen Genussmanufaktur
In den Räumen des historischen Hotels Austria in Gmunden entstand mit „La Sonett am See“ eine moderne Glacerie, Chocolaterie und offene Genussmanufaktur. Auf Basis der Entwürfe von Architekt DI Klaus Landerl von Arkform Architektur übernahm die ausführende Tischlerei Ing. Werner Mistlberger e.U. aus Ried im Traunkreis die Projektierung, technische Entwicklung, Fertigung und vollständige Montage der Einrichtung.
Zentrales Gestaltungselement ist eine dreidimensionale „Schoko-Verkleidung“, deren Felder die Struktur einer klassischen Schokoladentafel aufgreifen. Das Motiv wurde in gebeizter und matt lackierter Eiche gefertigt und zieht sich über Wand- und Türverkleidungen, Durchgänge, Möbelfronten und Deckenfelder. Filigrane Regale, matte Plattenmaterialien sowie Messing- und Steinverkleidungen wurden ebenso integriert wie Beleuchtung, Stromschienen und weitere technische Einbauten.
Eine besondere handwerkliche Herausforderung stellte der historische Bestand dar. Schiefe Böden und unerwartete bauliche Gegebenheiten erforderten präzise Anpassungen direkt vor Ort. Gleichzeitig mussten die Einbauten laufend mit Steinbau, Fensterbau, Elektrik und weiteren Gewerken abgestimmt werden.
Zwischen Dezember 2025 und Mai 2026 flossen rund 1.160 Arbeitsstunden in Arbeitsvorbereitung, Werkstattfertigung und Montage. Entstanden ist eine individuell gefertigte Einrichtung, die anspruchsvolle Tischlerarbeit und moderne Gestaltung präzise in die vorhandene historische Bausubstanz integriert.
Ing. Werner Mistlberger e.U.
Hauptstraße 1
4551 Ried im Traunkreis
T: 07588 7219
E: werner@mistlberger.at
MMst. Florian Josef Aigner
Orthopädische Maßarbeit im Westernstil
Bei diesem orthopädischen Westernboot werden traditionelle Stiefelmacherkunst, Maßschuhfertigung und moderne Orthopädieschuhtechnik miteinander verbunden. Jedes Paar entsteht individuell nach den anatomischen Voraussetzungen der Kunden und wird vollständig in der eigenen Werkstätte beim Orthopädieschuhmacher MMst. Florian Josef Aigner in Frankenburg am Hausruck gefertigt.
Ausgangspunkt ist die exakte Vermessung des Fußes und Anfertigung eines individuellen Leistens, der die Grundlage für Passform, Fußbettung und späteren Tragekomfort bildet. Darauf aufbauend entstand der Westernboot Schritt für Schritt in Handarbeit. Vom Zuschnitt und der Bearbeitung der Materialien über den Schaftaufbau bis zur finalen Naht sind für ein fertiges Paar rund 60 Arbeitsstunden erforderlich.
Die besondere handwerkliche Herausforderung liegt in der Verbindung zweier Anforderungen: Der charakteristische Aufbau und die Form eines klassischen Cowboyboots müssen erhalten bleiben. Gleichzeitig ist der Schuh exakt an die individuelle Anatomie anzupassen. Orthopädische Funktion und gestalterischer Anspruch werden dafür bereits bei Leistenbau und Konstruktion gemeinsam berücksichtigt.
Das Ergebnis sind langlebige Einzelstücke, die nicht aus standardisierten Komponenten zusammengesetzt, sondern von Grund auf für eine Person gefertigt werden. Das Projekt ist ein Beweis, dass sich orthopädisches Fachwissen und traditionelles Schuhmacherhandwerk in einem funktionalen und individuell gestalteten Produkt vereinen lassen.
Orthopädie Schuhtechnik Aigner
Rainerweg 19
4873 Frankenburg am Hausruck
T: 0660 3762666
E: florian@ortho-aigner.at
Corinna Feichtinger
„The Edible Gallery“ - Kunst, die auf der Zunge zergeht
Mit „The Edible Gallery“ von Corina Feichtinger aus Bad Ischl wurde klassisches Konditorhandwerk in den Kontext einer kuratierten Kunstausstellung übertragen. Sieben essbare Exponate – zwei skulpturale Torten und fünf Desserts – wurden zunächst als eigenständige Werke präsentiert und erst anschließend verkostet. So wurden Gestaltung, Geschmack und Textur zu einem gemeinsamen Erlebnis.
Ausgangspunkt jedes Exponats war ein menschliches Thema wie Erinnerung, Wandel, Verbundenheit oder Resonanz. Dieses wurde über Form, Farbe, Textur und Geschmack in eine essbare Gestaltung übersetzt. Die besondere handwerkliche Herausforderung bestand darin, den konzeptionellen Anspruch mit der Präzision des Konditorhandwerks zu verbinden. Jedes Werk musste seine gestalterische Aussage vermitteln und gleichzeitig geschmacklich ausgewogen, technisch stabil sowie transport- und präsentationsfähig sein.
Für die Umsetzung wurden klassische Konditoreitechniken mit Methoden der zeitgenössischen Edible Art kombiniert. Modellierte Elemente sowie bearbeitetes und bemaltes Wafer Paper kamen ebenso zum Einsatz wie Biskuit-, Mousse-, Ganache-, Cremeux- und Pralinenkompositionen. Die Verwendung frischer und vergänglicher Zutaten erforderte zudem eine präzise Abstimmung von Herstellung, Aufbau und Präsentation.
Von der ersten Idee über die Textur der Geschmacksprofile bis zur handwerklichen Fertigung wurden sämtliche Exponate eigenständig entwickelt und umgesetzt. Dieses Projekt zeigt, wie traditionelles Konditorhandwerk um eine künstlerische und konzeptionelle Ausdrucksform erweitert werden kann.
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Föhrenweg 4
4820 Bad Ischl
T: 0664 7949559
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